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Gedicht in Druckansicht: schwarz/weiß

Karl August Graf von Platen Hallermund (Platen-Hallermünde)

[Ich möchte, wenn ich sterbe, wie die lichten]

Ich möchte, wenn ich sterbe, wie die lichten
    Gestirne schnell und unbewußt erbleichen,
    Erliegen möcht ich einst des Todes Streichen,
    Wie Sagen uns vom Pindaros berichten.
5 Ich will ja nicht im Leben oder Dichten
    Den großen Unerreichlichen erreichen,
    Ich möcht, o Freund, ihm nur im Tode gleichen;
    Doch höre nun die schönste der Geschichten!
Er saß im Schauspiel, vom Gesang beweget,
10     Und hatte, der ermüdet war, die Wangen
    Auf seines Lieblings schönes Knie geleget:
Als nun der Chöre Melodien verklangen,
    Will wecken ihn, der ihn so sanft geheget,
    Doch zu den Göttern war er heimgegangen.





Entstehungsjahr: 1826
Erscheinungsjahr: 1828
Aus: Nach der Ausgabe von 1834 / Sonette 55
Referenzausgabe:
Kurt Wölfel / Jürgen Link: August von Platen. Werke, Bd. 1. Winkler-Verlag: 1982, S. 396.

Gedicht eingearbeitet von: Klemens Wolber.