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Gedicht in Druckansicht: schwarz/weiß

Karl August Graf von Platen Hallermund (Platen-Hallermünde)

[Dies Land der Mühe, dieses Land des herben]

Dies Land der Mühe, dieses Land des herben
    Entsagens werd ich ohne Seufzer missen,
    Wo man bedrängt von tausend Hindernissen
    Sich müde quält und dennoch muß verderben.
5 Zwar mancher Vorteil läßt sich hier erwerben,
    Staatswürden, Wohlstand, eine Last von Wissen,
    Und unsere Deutschen waren stets beflissen,
    Sich abzuplagen und geplagt zu sterben.
Ein Solcher darf zu keiner Zeit ermatten,
10     Er fördre sich, er schmeichle jeder Mode
    Und sei dabei, wo Glück und Macht sich gatten.
Mir, der ich bloß ein wandernder Rhapsode,
    Genügt ein Freund, ein Becher Wein im Schatten,
    Und ein berühmter Name nach dem Tode.





Entstehungsjahr: 1826
Erscheinungsjahr: 1828
Aus: Nach der Ausgabe von 1834 / Sonette 59
Referenzausgabe:
Kurt Wölfel / Jürgen Link: August von Platen. Werke, Bd. 1. Winkler-Verlag: 1982, S. 398.

Gedicht eingearbeitet von: Klemens Wolber.