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Gedicht in Druckansicht: schwarz/weiß

Karl August Graf von Platen Hallermund (Platen-Hallermünde)

[Dies Labyrinth von Brücken und von Gassen]

Dies Labyrinth von Brücken und von Gassen,
    Die tausendfach sich ineinander schlingen,
    Wie wird hindurchzugehn mir je gelingen?
    Wie werd ich je dies große Rätsel fassen?
5 Ersteigend erst des Markusturms Terrassen,
    Vermag ich vorwärts mit dem Blick zu dringen,
    Und aus den Wundern, welche mich umringen,
    Entsteht ein Bild, es teilen sich die Massen.
Ich grüße dort den Ozean, den blauen,
10     Und hier die Alpen, die im weiten Bogen
    Auf die Laguneninseln niederschauen.
Und sieh! da kam ein mut'ges Volk gezogen,
    Paläste sich und Tempel sich zu bauen
    Auf Eichenpfähle mitten in die Wogen.





Entstehungsjahr: 1824
Erscheinungsjahr: 1825
Aus: Nach der Ausgabe von 1834 / Sonette 19 / Venedig 2
Referenzausgabe:
Kurt Wölfel / Jürgen Link: August von Platen. Werke, Bd. 1. Winkler-Verlag: 1982, S. 378.

Gedicht eingearbeitet von: Klemens Wolber.