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Gedicht in Druckansicht: schwarz/weiß

Wilhelm Müller

Der Wegweiser

Was vermeid ich denn die Wege,
Wo die andren Wandrer gehn,
Suche mir versteckte Stege
Durch verschneite Felsenhöhn?
5 Habe ja doch nichts begangen,
Daß ich Menschen sollte scheun –
Welch ein törichtes Verlangen
Treibt mich in die Wüstenein?
Weiser stehen auf den Straßen,
10 Weisen auf die Städte zu,
Und ich wandre sonder Maßen,
Ohne Ruh, und suche Ruh.
Einen Weiser seh ich stehen
Unverrückt vor meinem Blick;
15 Eine Straße muß ich gehen,
Die noch keiner ging zurück.





Entstehungsjahr: 1821-1822
Erscheinungsjahr: 1823
Aus: / Die Winterreise 16
Referenzausgabe:
Maria-Verena Leistner: Wilhelm Müller. Werke, Tagebücher, Briefe, Bd. 1. Mathias Gatza Verlag: 1994, S. 180.

Gedicht eingearbeitet von: Klemens Wolber.