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Gedicht in Druckansicht: schwarz/weiß

Wilhelm Müller

Der greise Kopf

Der Reif hatt einen weißen Schein
Mir übers Haar gestreuet.
Da meint ich schon ein Greis zu sein,
Und hab mich sehr gefreuet.
5 Doch bald ist er hinweggetaut,
Hab wieder schwarze Haare,
Daß mir's vor meiner Jugend graut –
Wie weit noch bis zur Bahre!
Vom Abendrot zum Morgenlicht
10 Ward mancher Kopf zum Greise.
Wer glaubt's? Und meiner ward es nicht
Auf dieser ganzen Reise!





Entstehungsjahr: 1821-1822
Erscheinungsjahr: 1823
Aus: / Die Winterreise 10
Referenzausgabe:
Maria-Verena Leistner: Wilhelm Müller. Werke, Tagebücher, Briefe, Bd. 1. Mathias Gatza Verlag: 1994, S. 177.

Gedicht eingearbeitet von: Klemens Wolber.