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Gedicht in Druckansicht: schwarz/weiß

Wilhelm Müller

Heimkehr

Vor der Türe meiner Lieben
Häng ich auf den Wanderstab,
Was mich durch die Welt getrieben,
Leg ich ihr zu Füßen ab.
5 Wanderlustige Gedanken,
Die ihr flattert nah und fern,
Fügt euch in die engen Schranken
Ihrer treuen Arme gern!
Was uns in der weiten Ferne
10 Suchen hieß ein eitler Traum,
Zeigen uns der Liebe Sterne
In dem traulich kleinem Raum.
Schwalben kommen hergezogen –
Setzt euch Vöglein, auf mein Dach!
15 Habt euch müde schon geflogen,
Und noch ist die Welt nicht wach.
Baut in meinen Fensterräumen
Eure Häuschen weich und warm!
Singt mir zu in Morgenträumen,
20 Wanderlust und Wanderharm!





Entstehungsjahr: vor 1822
Erscheinungsjahr: 1822
Aus: / Wanderlieder
Referenzausgabe:
Maria-Verena Leistner: Wilhelm Müller. Werke, Tagebücher, Briefe, Bd. 1. Mathias Gatza Verlag: 1994, S. 205.

Gedicht eingearbeitet von: Klemens Wolber.