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Gedicht in Druckansicht: schwarz/weiß

Wilhelm Müller

Wohin?

Ich hört ein Bächlein rauschen
Wohl aus dem Felsenquell,
Hinab zum Tale rauschen
So frisch und wunderhell.
5 Ich weiß nicht, wie mir wurde,
Nicht, wer den Rat mir gab.
Ich mußte gleich hinunter
Mit meinem Wanderstab.
Hinunter und immer weiter,
10 Und immer dem Bache nach,
Und immer frischer rauschte,
Und immer heller der Bach.
Ist das denn meine Straße?
O Bächlein, sprich, wohin?
15 Du hast mit deinem Rauschen
Mir ganz berauscht den Sinn.
Was sag ich denn von Rauschen?
Das kann kein Rauschen sein:
Es singen wohl die Nixen
20 Dort unten ihren Reihn.
Laß singen, Gesell, laß rauschen,
Und wandre fröhlich nach!
Es gehn ja Mühlenräder
In jedem klaren Bach.





Entstehungsjahr: vor 1818
Erscheinungsjahr: 1818
Aus: / Die schöne Müllerin 2
Referenzausgabe:
Maria-Verena Leistner: Wilhelm Müller. Werke, Tagebücher, Briefe, Bd. 1. Mathias Gatza Verlag: 1994, S. 43-44.

Gedicht eingearbeitet von: Klemens Wolber.