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Gedicht in Druckansicht: schwarz/weiß

Conrad Ferdinand Meyer

Nachtgeräusche

Melde mir die Nachtgeräusche, Muse,
Die ans Ohr des Schlummerlosen fluten!
Erst das traute Wachtgebell der Hunde,
Dann der abgezählte Schlag der Stunde,
5 Dann ein Fischer-Zwiegespräch am Ufer,
Dann? Nichts weiter als der ungewisse
Geisterlaut der ungebrochnen Stille,
Wie das Atmen eines jungen Busens,
Wie das Murmeln eines tiefen Brunnens,
10 Wie das Schlagen eines dumpfen Ruders,
Dann der ungehörte Tritt des Schlummers.





Entstehungsjahr: 1881-1882
Erscheinungsjahr: 1883
Aus: Gedichte von 1892 / I. Vorsaal
Referenzausgabe:
Hans Zeller, Alfred Zäch: Conrad Ferdinand Meyer. Sämtliche Werke. Historisch-kritische Ausgabe, Bd. 1. Benteli-Verlag: 1963, S. 26.

Gedicht eingearbeitet von: Klemens Wolber.