Zurück zur FA Hauptseite
Zurück zur vorigen Seite
Gedicht in Druckansicht: schwarz/weiß

Lenau (Nikolaus Edler Niembsch von Strehlenau)

Himmelstrauer

Am Himmelsantlitz wandelt ein Gedanke,
Die düstre Wolke dort, so bang, so schwer;
Wie auf dem Lager sich der Seelenkranke
Wirft sich der Strauch im Winde hin und her.
5 Vom Himmel tönt ein schwermuthmattes Grollen,
Die dunkle Wimper blinzet manches Mal,
– So blinzen Augen, wenn sie weinen wollen, –
Und aus der Wimper zuckt ein schwacher Strahl. –
Nun schleichen aus dem Moore kühle Schauer,
10 Und leise Nebel über's Heideland;
Der Himmel ließ, nachsinnend seiner Trauer,
Die Sonne läßig fallen aus der Hand.





Entstehungsjahr: 1831
Erscheinungsjahr: 1832
Aus: Gedichte von Nicolaus Lenau. Erste Auflage 1832 / Heidebilder
Referenzausgabe:
Helmut Brandt et al.: Nikolaus Lenau. Werke und Briefe, Bd. 1. Deuticke Verlag / Klett-Cotta Verlag: 1995, S. 201.
Bemerkungen
Auf Seite 33 der gleichen Ausgabe ist die Frühform des Gedichtes mit veränderter Interpunktion abgedruckt.

Gedicht eingearbeitet von: Klemens Wolber.