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Gedicht in Druckansicht: schwarz/weiß

Lenau (Nikolaus Edler Niembsch von Strehlenau)

Blick in den Strom

Sahst du ein Glück vorübergehn,
Das nie sich wiederfindet,
Ists gut, in einen Strom zu sehn,
Wo Alles wogt und schwindet.
5 O! starre nur hinein, hinein,
Du wirst es leichter missen,
Was dir, und solls dein Liebstes sein,
Vom Herzen ward gerissen.
Blick unverwandt hinab zum Fluß,
10 Bis deine Thränen fallen,
Und sieh durch ihren warmen Guß
Die Fluth hinunterwallen.
Hinträumend wird Vergessenheit
Des Herzens Wunde schließen;
15 Die Seele sieht mit ihrem Leid
Sich selbst vorüberfließen.





Entstehungsjahr: 1844
Erscheinungsjahr: 1850
Aus: Lyrische Nachlese
Referenzausgabe:
Helmut Brandt et al.: Nikolaus Lenau. Werke und Briefe, Bd. 2. Deuticke Verlag / Klett-Cotta Verlag: 1995, S. 422.

Gedicht eingearbeitet von: Klemens Wolber.