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Gedicht in Druckansicht: schwarz/weiß

Friedrich Gottlieb Klopstock

Der Tod

zu O Anblick der Glanznacht, Sternheere,
Wie erhebt ihr! Wie entzückst du, Anschauung
Der herrlichen Welt! Gott Schöpfer!
Wie erhaben bist du, Gott Schöpfer!
5 Wie freut sich des Emporschauns zum Sternheer, wer empfindet,
Wie gering er, und wer Gott, welch ein Staub er, und wer Gott,
Sein Gott ist! O sei dann, Gefühl
Der Entzückung, wenn auch ich sterbe, mit mir!
Was erschreckst du denn so, Tod, des Beladnen Schlaf?
10 O bewölke den Genuß himmlischer Freude nicht mehr!
Ich sink in den Staub, Gottes Saat! was schreckst
Den Unsterblichen du, täuschender Tod?
Mit hinab, o mein Leib, denn zur Verwesung!
In ihr Tal sanken hinab die Gefallnen
15 Vom Beginn her! mit hinab, o mein Staub,
Zur Heerschar, die entschlief!





Entstehungsjahr: 1764
Erscheinungsjahr: 1771
Aus: / Oden und Elegien
Referenzausgabe:
Karl August Schleiden: Friedrich Gottlieb Klopstock. Ausgewählte Werke, Bd. 1. Carl Hanser Verlag: 4. Auflage 1981, S. 101.

Gedicht eingearbeitet von: Klemens Wolber.