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Gedicht in Druckansicht: schwarz/weiß

Gottfried August Bürger (Jocosus Hilarius)

Überall Molly und Liebe
Sonett

In die Nacht der Tannen oder Eichen,
Die das Kind der Freude schauernd flieht,
Such' ich oft, von Kummer abgemüht,
Aus der Welt Gerassel wegzuschleichen.
5 Könnt' ich nur, wie allem Meinesgleichen,
Auch sogar der Wildnis, die mich sieht,
Und den Sinn zu neuer Arbeit zieht,
Bis ins Nichts hinein zur Ruh' entweichen!
Dennoch ist so heimlich kein Revier,
10 Ist auch nicht ein Felsenspalt so öde,
Daß mich nicht, wie überall, auch hier
Liebe, die Verfolgerin, befehde;
Daß nicht ich mit ihr von Molly rede,
Oder sie, die Schwätzerin, mit mir.





Entstehungsjahr: vor 1790
Erscheinungsjahr: 1789
Aus: Gedichte 1789, Erster Teil / Erstes Buch
Referenzausgabe:
Günter Häntzschel / Hiltrud Häntzschel: Gottfried August Bürger. Sämtliche Werke. Hanser-Verlag, München: 1987, S. 125.
Bemerkungen
Erstdruck und Druckvorlage die Fassung der Gedichte von 1789, I, S. 203
Gegenüber der hier abgedruckten Fassung bietet die Fassung aus »Sämtliche Schriften«, II, 1796, S. 73 eine stark abweichende Fassung.
Vorlage diese Gedichtes ist Petrarcas Canzoniere I, 27 »Solo e pensoso i più deserti campi«

Gedicht eingearbeitet von: Klemens Wolber.