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Gedicht in Druckansicht: schwarz/weiß
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Gottfried Keller

Schifferliedchen

Schon hat die Nacht den Silberschrein
Des Himmels aufgetan;
Nun spült der See den Widerschein
Zu dir, zu dir hinan!
5 Und in dem Glanze schaukelt sich
Ein leichter dunkler Kahn;
Der aber trägt und schaukelt mich
Zu dir, zu dir hinan!
Ich höre schon den Brunnen gehn
10 Dem Pförtlein nebenan,
Und dieses hat ein gütig Wehn
Von Osten aufgetan.
Das Sternlein schießt, vom Baume fällt
Das Blust in meinen Kahn;
15 Nach Liebe dürstet alle Welt,
Nun, Schifflein, leg' dich an!





Entstehungsjahr: vor 1889
Erscheinungsjahr: 1888
Fassung: Späte
Aus: Gesammelte Gedichte 1888 / I. Buch der Natur / Drei Ständchen 3
Referenzausgabe:
Kai Kauffmann: Gottfried Keller. Gedichte, Bd. 1. Deutscher Klassiker Verlag: 1995, S. 391-392.
Andere Fassungen in der Freiburger Anthologie:
Frühe Fassung: Schifferlied , entstanden vor 1849

Gedicht eingearbeitet von: Klemens Wolber.