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Gedicht in Druckansicht: schwarz/weiß
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Gottfried Keller

Kunigunde

Das Köhlerweib ist trunken
Und singt im Wald;
Hört ihr, wie ihre Stimme
Im Grünen hallt?
5 Ruht auf der roten Nase
Der Abendstrahl:
Glüht sie, wie wilde Rosen
Im dunklen Tal.
Sie war die feinste Blume,
10 Berühmt im Land;
Es warben Reich' und Arme
Um ihre Hand.
Sie trat in Gürtelketten
So stolz einher;
15 Den Bräutigam zu wählen,
Fiel ihr zu schwer!
Da hat sie überlistet
Der rote Wein -
Wie müssen alle Dinge
20 Vergänglich sein!
Das Köhlerweib ist trunken
Und singt im Wald;
Wie durch die Dämmrung gellend
Ihr Lied erschallt!





Entstehungsjahr: vor 1855
Erscheinungsjahr: 1854
Fassung: Frühe
Aus: Neuere Gedichte 1854 / Von Weibern 12
Referenzausgabe:
Kai Kauffmann: Gottfried Keller. Gedichte, Bd. 1. Deutscher Klassiker Verlag: 1995, S. 200-201.
Andere Fassungen in der Freiburger Anthologie:
Späte Fassung: [Das Köhlerweib ist trunken] , entstanden vor 1855

Gedicht eingearbeitet von: Klemens Wolber.