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Gedicht in Druckansicht: schwarz/weiß
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Gottfried Keller

[Das Köhlerweib ist trunken]

Das Köhlerweib ist trunken
Und singt im Wald,
Hört wie die Stimme gellend
Im Grünen hallt!
5 Sie war die schönste Blume,
Berühmt im Land;
Es warben Reich' und Arme
Um ihre Hand.
Sie trat in Gürtelketten
10 So stolz einher;
Den Bräutigam zu wählen,
Fiel ihr zu schwer.
Da hat sie überlistet
Der rote Wein -
15 Wie müssen alle Dinge
Vergänglich sein!
Das Köhlerweib ist trunken
Und singt im Wald;
Wie durch die Dämmrung gellend
20 Ihr Lied erschallt!





Entstehungsjahr: vor 1855
Erscheinungsjahr: 1888
Fassung: Späte
Aus: Gesammelte Gedichte 1888 / XI. Vermischte Gedichte / Alte Weisen 9
Referenzausgabe:
Kai Kauffmann: Gottfried Keller. Gedichte, Bd. 1. Deutscher Klassiker Verlag: 1995, S. 667-668.
Andere Fassungen in der Freiburger Anthologie:
Frühe Fassung: Kunigunde , entstanden vor 1855

Gedicht eingearbeitet von: Klemens Wolber.