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Gedicht in Druckansicht: schwarz/weiß

Konrad von Prittwitz-Gaffron

Sesostris

Auf goldnem Wagen fährt er durch das Land,
Vier Könige ins Sklavenjoch gespannt.
Er blickt von der Quadriga niederwärts,
Und das Gespann erfreut sein stolzes Herz.
5 Er treibt mit Wort und Hand die Fürsten an;
Der eine wendet sich - was er wohl sann?
Sesostris spricht: Du wendest, Sklav', dein Haupt,
Suchst du der Krone Glanz, die dir geraubt?
»O nein, ich seh nur, wie so wunderlich
10 An dem Gefährt die Räder drehen sich.
Was unten war sich flugs nach oben schwingt,
Und was ich oben schau, nach unten sinkt.«
Sesostris schweigt, und sein Gesicht wird bleich;
Die Stränge löst ein schneller Schwertesstreich.





Entstehungsjahr: vor 1866
Erscheinungsjahr: ?
Referenzausgabe:
Ohne Herausgeber: Lieder. Trewendt, Breslau: 1865, S. ?.
Bemerkungen
Referenzvorlage noch nicht eingesehen, Korrigiert nach «Wolff's poetischer Hausschatz«, S. 294

Gedicht eingearbeitet von: Klemens Bobenhausen.