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Gedicht in Druckansicht: schwarz/weiß
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Conrad Ferdinand Meyer

Erntelied

Wir schnitten die Ernte, wir Knaben und Dirnen,
Mit rüstigen Sicheln und triefenden Stirnen,
     Von rollenden Wolken bedroht.
Ein schmetternder Schlag – und die Hoffnungen starben!
5 Wir bringen die hastig geladenen Garben –
     Wir bringen das Brot.
Hoch thronet ihr Schönen, umschimmert von Blitzen,
Mit flatternden Haaren auf güldenen Sitzen –
     Wie schwellen die Lippen euch roth!
10 Zum Tanze, zum Tanze, zur fliegenden Runde!
Vom schäumenden Becher zum durstigen Munde
     Ist Raum für den Tod.





Entstehungsjahr: vor 1875
Erscheinungsjahr: 1876
Fassung: Frühe
Aus: Apparat zur Abteilung II. der Gedichte
Referenzausgabe:
Hans Zeller, Alfred Zäch: Conrad Ferdinand Meyer. Sämtliche Werke. Historisch-kritische Ausgabe, Bd. 2. Benteli-Verlag: 1964, S. 350.
Andere Fassungen in der Freiburger Anthologie:
Späte Fassung: Schnitterlied , entstanden vor 1875

Gedicht eingearbeitet von: Klemens Bobenhausen.