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Gedicht in Druckansicht: schwarz/weiß
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Conrad Ferdinand Meyer

Neujahrsgeläute

     Durch das heil’ge Dunkel
     Wallt der Töne Reigen,
Unter dem der Erde Gräber,
Über dem die Sterne schweigen.
5      Wie des Feldes Halme
     Weht der Wind die Klänge,
Nun ein Sterben und Verdröhnen,
Nun ein schwellendes Gedränge!
     Das sind große Heere,
10      Nicht ein einzler Rufer,
Ein melodisches Geheimniß
Flutet ohne Strand und Ufer!
     Eine leichte Welle,
     Sinkt die flücht’ge Stunde –
15 Horch, Unendlichkeit – sie redet
Hallend rings mit eh’rnem Munde!





Entstehungsjahr: 1876
Erscheinungsjahr: 1877
Fassung: Frühe
Aus: Apparat zur Abteilung II. der Gedichte
Referenzausgabe:
Hans Zeller, Alfred Zäch: Conrad Ferdinand Meyer. Sämtliche Werke. Historisch-kritische Ausgabe, Bd. 2. Benteli-Verlag: 1964, S. 397.
Andere Fassungen in der Freiburger Anthologie:
Späte Fassung: Neujahrsglocken , entstanden vor 1876

Gedicht eingearbeitet von: Klemens Bobenhausen.