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Gedicht in Druckansicht: schwarz/weiß

Friedrich Hebbel

[Kein Lebewohl, kein banges Scheiden]

Kein Lebewohl, kein banges Scheiden!
Viel lieber ein Geschiedensein!
Ertragen kann ich jedes Leiden,
Doch trinken kann ichs nicht, wie Wein.
5 Wir saßen gestern noch beisammen,
Von Trennung wußt ich selbst noch kaum!
Das Herz trieb seine alten Flammen,
Die Seele spann den alten Traum.
Dann rasch ein Kuß vom lieben Munde,
10 Nicht schmerzgetränkt, nicht angstgekürzt!
Das nenn ich eine Abschiedsstunde,
Die leere Ewigkeiten würzt.





Entstehungsjahr: 1837
Erscheinungsjahr: 1857
Aus: Gedichte [Gesamtausgabe 1857] / Lieder / Scheidelieder 1
Referenzausgabe:
Hannsludwig Geiger: Fridrich Hebbel. Sämtliche Werke, Bd. 2. Der Tempel-Verlag: 1961, S. 19-20.
Bemerkungen
Die Entstehungsdaten sind mangels Kommentierung der Ausgabe aus »Fricke et al: Friedrich Hebbel. Werke. 1965« entnommen

Gedicht eingearbeitet von: Klemens Wolber.