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Gedicht in Druckansicht: schwarz/weiß
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Conrad Ferdinand Meyer

Der Daxelhofen

Den Hauptmann Daxelhofen
Bestaunten in Paris
Die Damen und die Zofen
Um seines Bartes Vlies. –
5 Prinz Condé zog zu Felde,
Der Daxelhofen auch,
Da fuhr am Bord der Schelde
Der Blitz durch Pulverrauch.
Die Lilienbanner hoben
10 Sich gegen Niederland,
Dann schoben sie und schoben
Sich bis zum Rheinesstrand.
»Herr Prinz, welch köstlich Düften!
Ich wittre deutschen Wein,
15 Der Thurm in blauen Lüften
Das ist doch Mainz am Rhein?
In meinem Pact geschrieben
Stand: Nimmer gegens Reich.
So stand’s und ist geblieben
20 Und bleibt sich ewig gleich.
Ich bin von deutschem Stamme
Bin auch ein Berner gut
Und daß mich Gott verdamme,
Vergieß ich deutsches Blut.
25 Vom Stamm an dem ich lebe
Reißt mich kein Teufel fort,
Vom Stock getrennt Rebe
Vertrocknet und verdorrt.
Nicht dürft’ ich mich bezechen
30 Mit frommen Leuten mehr –
Mein Waffen lieber brechen
Als brechen Eid und Ehr!«
»La, la«, höhnt Condé, »ferner
Thut Ihr’s um Doppellohn!«
35 Da bricht vor’m Knie der Berner
In Stücke den Sponton
Dem Prinzen wirft zu Füßen
Die Splitter er und spricht:
»Den König laß ich grüßen,
40 Das Reich befehd’ ich nicht!« –





Entstehungsjahr: 1874
Erscheinungsjahr: 1882
Fassung: Andere
Aus: Gedichte / Apparat zu Abteilung IX. Männer
Referenzausgabe:
Hans Zeller, Alfred Zäch: Conrad Ferdinand Meyer. Sämtliche Werke. Historisch-kritische Ausgabe, Bd. 5,1. Benteli-Verlag: 1996, S. 380-381.
Andere Fassungen in der Freiburger Anthologie:
Andere Fassung: Der Daxelhofen , entstanden 1874

Gedicht eingearbeitet von: Klemens Bobenhausen.