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Gedicht in Druckansicht: schwarz/weiß
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Conrad Ferdinand Meyer

Das todte Kind

Der Garten war in Schlaf gebannt,
Als man das schwarze Tuch gespannt,
Es lag der Schnee noch hoch genug,
Da man das Kind zu Grabe trug.
5 Nun wehn die Lüfte wieder lau,
Der Himmel leuchtet wieder blau,
Der Springbrunn plätschert hin und her
Wo weilst du, Kindchen? plaudert er.
Die duft’ge Winde klettert schwank
10 Empor und blickt ins Fenster schlank:
Herzkindchen, wo verbirgst du dich?
Die Blumen drunten schicken mich!
Im Garten summt es weit und breit:
Was hast du für ein Sommerkleid?
15 Komm schnell aus deinem Kämmerlein
Und sieh den schönen Sonnenschein.





Entstehungsjahr: um 1862
Erscheinungsjahr: 1869
Fassung: Andere
Aus: Gedichte / Apparat zu Abteilung II. Stunde
Referenzausgabe:
Hans Zeller, Alfred Zäch: Conrad Ferdinand Meyer. Sämtliche Werke. Historisch-kritische Ausgabe, Bd. 2. Benteli-Verlag: 1964, S. 252-253.
Andere Fassungen in der Freiburger Anthologie:
Andere Fassung: Das tote Kind , entstanden um 1862

Gedicht eingearbeitet von: Klemens Bobenhausen.