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Hermann Allmers
Der Halligmatrose
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Kapitän, ich bitt’ euch, laßt mich fort, |
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O lasset mich frei, sonst lauf ich von Bord, |
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Ich muß heim, muß heim nach der Hallig! |
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Schon sind vergangen drei ganze Jahr’, |
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Daß ich stets zu Schiff, daß ich dort nicht war, |
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Auf der Hallig, der lieben Hallig – |
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Nein, Jasper, nein, das sag’ ich dir, |
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Noch diese Reise machst du mit mir, |
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Dann darfst du gehn nach der Hallig. |
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Doch sage mir, Jasper, was willst du dort? |
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Es ist ein so öder armseliger Ort, |
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Die kleine, die einsame Hallig. |
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Ach, mein Kapitän, dort ist’s wohl gut, |
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Und an keinem Ort wird mir so zu Mut, |
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So wohl als auf der Hallig; |
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Und mein Weib hat um mich manch’ traurige Nacht, |
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Hab’ so lang’ nicht gesehn, wenn mein Kind mir gelacht, |
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Und Hof und Haus auf der Hallig. |
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So höre denn, Japser, was ich dir sag’: |
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Es ist gekommen ein böser Tag, |
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Ein böser Tag für die Hallig; |
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Eine Sturmflut war wie nie vorher, |
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Und das Meer, das wildaufwogende Meer, |
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Hoch ging es über die Hallig. |
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Doch sollst du nicht hin, vorbei ist die Not, |
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Dein Weib ist tot und dein Kind ist tot, |
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Ertrunken beid’ auf der Hallig; |
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Auch die Schafe und Lämmer sind fortgespült, |
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Auch dein Haus ist fort, deine Wurt zerwühlt; |
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Was wolltest du tun auf der Hallig? |
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Ach Gott, Kapitän, ist das geschehn! |
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Alles soll ich nicht wieder sehn, |
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Was lieb mir war auf der Hallig? |
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Und ihr fragt mich noch, was ich dort will tun? – |
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Will sterben und im Grabe ruhn |
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Auf der Hallig, der lieben Hallig. – |