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Gedicht in Druckansicht: schwarz/weiß
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Christian Morgenstern

Palmström

Palmström steht an einem Teiche
und entfaltet groß ein rotes Taschentuch:
Auf dem Tuch ist eine Eiche
dargestellt, sowie ein Mensch mit einem Buch.
5 Palmström wagt nicht sich hineinzuschneuzen, –
er gehört zu jenen Käuzen,
die oft unvermittelt-nackt
Ehrfurcht vor dem Schönen packt.
Zärtlich faltet er zusammen,
10 was er eben erst entbreitet.
Und kein Fühlender wird ihn verdammen,
weil er ungeschneuzt entschreitet.





Entstehungsjahr: 1906
Erscheinungsjahr: 1908
Fassung: Andere
Aus: Galgenlieder nebst dem Gingganz
Referenzausgabe:
Reinhardt Habel (Hg.) / Martin Kiesig (Bd. 1+2) / Maurice Cureau (Bd. 3): Christian Morgenstern. Werke und Briefe. Kommentierte Ausgabe, Bd. 3. Verlag Urachhaus, Stuttgart: 1987ff., S. 80.
Bemerkungen
Erstdruck in »Die Schaubühne«, 4. Jg., 1908
Später als eine Art Titelgedicht in dem Zyklus »Palmström«, 1910
Andere Fassungen in der Freiburger Anthologie:
Andere Fassung: Palmström , entstanden 1906

Gedicht eingearbeitet von: Klemens Bobenhausen.