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Gedicht in Druckansicht: schwarz/weiß
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Johann Wolfgang von Goethe

[Meine Ruh ist hin]

Meine Ruh ist hin
Mein Herz ist schweer
Ich finde sie nimmer
Und nimmer mehr.
5 Wo ich ihn nicht hab
Ist mir das Grab,
Die ganze Welt
Ist mir vergällt.
Mein armer Kopf
10 Ist mir verrückt,
Mein armer Sinn
Ist mir zerstückt.
Meine Ruh ist hin
Mein Herz ist schweer
15 Ich finde sie nimmer
Und nimmermehr.
Nach ihm nur schau ich
Zum Fenster hinaus
Nach ihm nur geh ich
20 Aus dem Haus.
Sein hoher Gang
Sein edle Gestalt
Seines Mundes Lächlen
Seiner Augen Gewalt
25 Und seiner Rede
Zauberfluss
Sein Händeduck*
Und ach sein Kuss.
Meine Ruh ist hin
30 Mein Herz ist schweer
Ich finde sie nimmer
Und nimmer mehr.
Mein Schoos! Gott! drängt
Sich nach ihm hin
35 Ach dürft ich fassen
Und halten ihn
Und küssen ihn
So wie ich wollt
An seinen Küssen
40 Vergehen sollt.
* Sein Händedruck





Entstehungsjahr: vor 1790
Erscheinungsjahr: 1887
Fassung: Frühe
Aus: Urfaust
Referenzausgabe:
Karl Eibl: Johann Wolfgang Goethe. Sämtliche Werke, Briefe, Tagebücher und Gespräche, Bd. 7,1. Deutscher Klassiker-Verlag: 1987, S. 518-519.
Andere Fassungen in der Freiburger Anthologie:
Späte Fassung: [Meine Ruh' ist hin] , entstanden vor 1808

Gedicht eingearbeitet von: Klemens Wolber.