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Gedicht in Druckansicht: schwarz/weiß
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Johann Wolfgang von Goethe

[Kennst du das Land]

Kennst du das Land, wo die Zitronen blühn,
Im grünen Laub die Gold Orangen glühn,
Ein sanfter Wind vom blauen Himmel weht,
Die Myrte still und froh der Lorbeer steht,
5 Kennst du es wohl?
    Dahin! Dahin!
Mögt ich mit dir o mein Gebieter ziehn.
Kennst du das Haus, auf Säulen ruht sein Dach,
Es glänzt der Saal, es schimmert das Gemach,
10 Und Marmor Bilder stehn und sehn mich an:
Was hat man dir, du armes Kind getan?
Kennst du es wohl?
    Dahin! Dahin!
Mögt ich mit dir, o mein Gebieter ziehn.
15 Kennst du den Berg und seinen Wolkensteg,
Das Maultier sucht im Nebel seinen Weg
In Höhlen wohnt der Drachen alte Brut
Es stürzt der Fels und über ihm die Flut
Kennst du ihn wohl?
20     Dahin! Dahin!
Geht unser Weg! Gebieter laß uns ziehn!





Entstehungsjahr: 1777-1786
Erscheinungsjahr: 1911
Fassung: Andere
Aus: Wilhelm Meisters theatralische Sendung
Referenzausgabe:
Karl Eibl: Johann Wolfgang Goethe. Sämtliche Werke, Briefe, Tagebücher und Gespräche, Bd. 9. Deutscher Klassiker-Verlag: 1987, S. 181.
Andere Fassungen in der Freiburger Anthologie:
Andere Fassung: Mignon , entstanden nach 1776
Andere Fassung: [Kennst du das Land] , entstanden 1791-1796

Gedicht eingearbeitet von: Klemens Wolber.