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Gedicht in Druckansicht: schwarz/weiß
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Johann Wolfgang von Goethe

[Kennst du das Land]

Kennst du das Land? wo die Zitronen blühn,
Im dunkeln Laub die Gold-Orangen glühn,
Ein sanfter Wind vom blauen Himmel weht,
Die Myrte still und hoch der Lorbeer steht.
5 Kennst du es wohl?
    Dahin! Dahin!
Mögt ich mit dir, o mein Geliebter, ziehn.
Kennst du das Haus? auf Säulen ruht sein Dach,
Es glänzt der Saal, es schimmert das Gemach,
10 Und Marmorbilder stehn und sehn mich an:
Was hat man dir, du armes Kind, getan?
Kennst du es wohl?
    Dahin! Dahin!
Mögt ich mit dir, o mein Beschützer, ziehn.
15 Kennst du den Berg und seinen Wolkensteg?
Das Maultier sucht im Nebel seinen Weg
In Höhlen wohnt der Drachen alte Brut
Es stürzt der Fels und über ihn die Flut.
Kennst du ihn wohl?
20     Dahin! Dahin!
Geht unser Weg! O Vater, laß uns ziehn!





Entstehungsjahr: 1791-1796
Erscheinungsjahr: 1796
Fassung: Andere
Aus: Wilhelm Meisters Lehrjahre
Referenzausgabe:
Karl Eibl: Johann Wolfgang Goethe. Sämtliche Werke, Briefe, Tagebücher und Gespräche, Bd. 9. Deutscher Klassiker-Verlag: 1987, S. 503.
Andere Fassungen in der Freiburger Anthologie:
Andere Fassung: Mignon , entstanden nach 1776
Andere Fassung: [Kennst du das Land] , entstanden 1777-1786

Gedicht eingearbeitet von: Klemens Wolber.