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Gedicht in Druckansicht: schwarz/weiß
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Johann Wolfgang von Goethe

[Ach neige]

Ach neige
Du schmerzenreiche
Dein Antliz ab zu meiner Noth
Das Schwert im Herzen
5 Mit tauben Schmerzen
Blickst auf zu deines Sohnes Tod!
Zum Vater blickst du
Und Seufzer schickst du
Hinauf um sein und deine Noth!
10 Wer fühlet
Wie wühlet
Der Schmerz mir im Gebein?
Was mein armes Herz hier banget,
Was es zittert, was verlanget
15 Weißt nur du, nur du allein
Wohin ich immer gehe,
Wie Weh wie Weh wie wehe
Wird mir im Busen hier.
Ich bin ach kaum alleine
20 Ich wein ich wein ich weine
Das Herz zerbricht in mir.
Die Scherben vor meinem Fenster
Bethaut ich mit Trähnen ach!
Als ich am frühen Morgen
25 Dir diese Blumen brach
Schien hell in meine Kammer
Die sonne früh herauf
Sass ich in allem Jammer
In meinem Bett schon auf.
30 Hilf retten mich von Schmach und Todt!
Ach neige
Du schmerzenreiche
Dein Antliz ab zu meiner Noth!





Entstehungsjahr: vor 1790
Erscheinungsjahr: 1887
Fassung: Frühe
Aus: Urfaust
Referenzausgabe:
Karl Eibl: Johann Wolfgang Goethe. Sämtliche Werke, Briefe, Tagebücher und Gespräche, Bd. 7,1. Deutscher Klassiker-Verlag: 1987, S. 527-528.
Andere Fassungen in der Freiburger Anthologie:
Späte Fassung: [Ach neige] , entstanden vor 1791

Gedicht eingearbeitet von: Klemens Wolber.