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Gedicht in Druckansicht: schwarz/weiß

Friedrich Hebbel

Gebet

Die du, über die Sterne weg,
Mit der geleerten Schale
Aufschwebst, um sie am ewgen Born
Eilig wieder zu füllen:
5 Einmal schwenke sie noch, o Glück,
Einmal, lächelnde Göttin!
Sieh, ein einziger Tropfen hängt
Noch verloren am Rande,
Und der einzige Tropfen genügt,
10 Eine himmlische Seele,
Die hier unten in Schmerz erstarrt,
Wieder in Wonne zu lösen.
Ach! sie weint dir süßeren Dank,
Als die anderen alle,
15 Die du glücklich und reich gemacht:
Laß ihn fallen, den Tropfen!





Entstehungsjahr: 1843
Erscheinungsjahr: 1857
Aus: Gedichte [Gesamtausgabe 1857] / Vermischte Gedichte
Referenzausgabe:
Hannsludwig Geiger: Friedrich Hebbel. Sämtliche Werke, Bd. 2. Der Tempel-Verlag, Berlin / Darstadt: 1961, S. 133-134.
Bemerkungen
Die Entstehungsdaten sind mangels Kommentierung der Ausgabe aus »Fricke et al: Friedrich Hebbel. Werke. 1965« entnommen

Gedicht eingearbeitet von: Klemens Wolber.