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Gedicht in Druckansicht: schwarz/weiß
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Gottfried August Bürger (Jocosus Hilarius)

Der Bauer an seinen Fürsten

Wer bist du, Fürst? daß über mich
Herrollen frei dein Wagenrad,
  Dein Roß mich stampfen darf?
Wer bist du, Fürst, daß in mein Fleisch
5 Dein Freund, dein Jagdhund, ungebläut
  Darf Klau' und Rachen haun?
Wer bist du? daß, durch Saat und Forst,
Das Hurra deiner Jagd mich treibt,
  Entatmet wie das Wild?
10 Die Saat, so deine Jagd zertritt,
Was Roß und Hund, und du verschlingst,
  Das Brot, du Fürst, ist mein!
Du Fürst hast nicht, bei Egg' und Pflug,
Hast nie den Erntetag durchschwitzt!
15   Mein, mein ist Fleiß und Brot! –
Ha! du wärst Obrigkeit von Gott?
Gott spendet Segen aus; du raubst!
  Du nicht von Gott! Tyrann!





Entstehungsjahr: 1773
Erscheinungsjahr: 1776
Fassung: Frühe
Aus: Gedichte 1775
Referenzausgabe:
Arnold E. Berger: Bürgers Gedichte. Meyers Klassiker-Ausgaben: o. J., S. 82-83.
Bemerkungen
Erstdruck dieser Fassung im Vossischen Musenalmanach 1776, S. 171
Andere Fassungen in der Freiburger Anthologie:
Späte Fassung: Der Bauer , entstanden 1773

Gedicht eingearbeitet von: Klemens Wolber.