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Gedicht in Druckansicht: schwarz/weiß

Albert Traeger

(Heimathglück)

Wenn Du noch eine Heimath hast,
So nimm den Ranzen und den Stecken,
Und wand're, wand're ohne Rast,
Bis du erreicht den theuren Flecken.
5 Und strecken nur zwei Arme sich
In freud'ger Sehnsucht Dir entgegen,
Fließt eine Thräne nur um Dich,
Spricht Dir ein einz'ger Mund den Segen,
Ob du ein Bettler, Du bist reich;
10 Ob krank Dein Herz, Dein Muth beklommen,
Gesunden wirst Du allsogleich,
Hörst Du das süße Wort: Willkommen!
Und ist verweht auch jede Spur,
Zeigt nichts sich Deinem Blick, dem nassen,
15 Als grün berast ein Hügel nur
Von Allem, was du einst verlassen:
O, nirgend weint es sich so gut,
Wie weit Dich Deine Füße tragen,
Als da, wo still ein Herze ruht,
20 Das einstens warm für Dich geschlagen.





Entstehungsjahr: 1846-1892
Erscheinungsjahr: ?
Referenzausgabe:
Ohne Herausgeber: Gedichte von Albert Traeger. Verlag von Ernst Keil's Nachfolger, Leipzig: 1892, S. 447-448.
Bemerkungen
Das Entstehungsdatum des Textes ist mangels weiterer Informationen an den Lebensdaten des Autors angelehnt.

Gedicht eingearbeitet von: Klemens Wolber.