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Gedicht in Druckansicht: schwarz/weiß
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Georg Heym

Mit den fahrenden Schiffen ...

Mit den fahrenden Schiffen bin ich geschweift,
Die wir immer durch glänzende Winter gestreift.
Ferne kamen wir weit im insligen Meer.
Trüb war das Jahr. Und der Himmel war leer.
5 Sage die Stadt, wo ich nicht stand im Tor.
Ging dein Fuß hier hindurch, die ich ewig verlor.
Unter dem Abend das flackernde Licht
Hielt ich in vieler fremdes Gesicht.
Bei den Toten ging ich, du warest nicht dort.
10 Schläfst du [ doch nicht ] in dem traurigen Ort.
Und ich zog über Feld. Und die Bäume zu Haupt
Standen herunter, im Dürren entlaubt.
Krähen und Raben habe ich ausgesandt.
Und sie stoben im Himmel über das braune Land.
15 Sie fielen zur Nacht mir zu Fuße mit traurigem Laut.
Und es hing in den eisernen Schnäbeln [ nur ] trockenes Kraut.
Ach deine Stimme so weit. Deine Hand so gebleicht,
Die im Traume mir noch manchmal die Haare streicht.
Alles war schon einmal. Und es kehrt wieder um.
20 (bricht ab.)





Entstehungsjahr: 1911
Erscheinungsjahr: 1964
Fassung: Frühe
Aus: Gedichte aus den Jahren 1910 bis 1912
Referenzausgabe:
Karl Ludwig Schneider / Gunter Martens: Georg Heym. Dichtungen und Schriften. Gesamtausgabe, Bd. 1. Verlag Heinrich Ellermann,: 1962ff., S. 456.
Bemerkungen
Die in "[ ]" gesetzten Textteile sind vom Herausgeber als unsicher angegeben, da die Handschrift nicht abschließend interpretiert werden konnte. Die in "()" gesetzte Angabe am Ende des Gedichtes ist eine editorische Notiz der Herausgebervorlage.
Andere Fassungen in der Freiburger Anthologie:
Späte Fassung: Mit den fahrenden Schiffen ... , entstanden 1911

Gedicht eingearbeitet von: Klemens Wolber.