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Gedicht in Druckansicht: schwarz/weiß

Georg Heym

Träumerei in Hellblau

Alle [ Landschaften ] haben
Sich mit Blau gefüllt.
Alle Büsche und Bäume des Stromes,
Der weit in den Norden schwillt.
5 Blaue Länder der Wolken,
Weiße Segel dicht,
Die Gestade des Himmels in Fernen
Zergehen in Wind und Licht.
Wenn die Abende sinken
10 Und wir schlafen ein,
Gehen die Träume, die schönen,
Mit leichten Füßen herein.
Zymbeln lassen sie klingen
In den Händen licht.
15 Manche flüstern, und halten
Kerzen vor ihr Gesicht.





Entstehungsjahr: 1911
Erscheinungsjahr: 1912
Aus: Gedichte aus den Jahren 1910 bis 1912
Referenzausgabe:
Karl Ludwig Schneider / Gunter Martens: Georg Heym. Dichtungen und Schriften. Gesamtausgabe, Bd. 1. Verlag Heinrich Ellermann,: 1962ff., S. 337.
Bemerkungen
Die Referenzausgabe klammert in der ersten Zeile das Wort »Landschaften« ein, da es in der Handschrift (ersatzlos) durchgestrichen war. In den Anmerkungen weisen die Herausgeber darauf hin, daß dieses Vorgehen von Heym auch dann angewendet wurde, wenn er die betreffende Stelle nochmals überarbeiten wollte.
Erstdruck in »Umbra vitae«, Leipzig 1912

Gedicht eingearbeitet von: Klemens Wolber.