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Gedicht in Druckansicht: schwarz/weiß

August Stramm

Abendgang

Durch schmiege Nacht
Schweigt unser Schritt dahin
Die Hände bangen blaß um krampfes Grauen
Der Schein sticht scharf in Schatten unser Haupt
5 In Schatten
Uns!
Hoch flimmt der Stern
Die Pappel hängt herauf
Und
10 Hebt die Erde nach
Die schlafe Erde armt den nackten Himmel.
Du schaust und schauerst
Deine Lippen dünsten
Der Himmel küßt
15 Und
Uns gebärt der Kuß!





Entstehungsjahr: 1914
Erscheinungsjahr: 1914
Aus: Gedichte / Du. Liebesgedichte
Referenzausgabe:
Jeremy Adler: August Stramm. Die Dichtungen. Sämtliche Gedichte, Dramen, Prosa. Piper Verlag, München / Zürich: 1990, S. 59.
Bemerkungen
Erstdruck 1914 in »Der Sturm«, V, Nr. 15./16., 1. u. 2 Novemberheft, S. 108, Sp. 2.
In der Fassung in »Der Sturm«, 1914,
Z. 11: "Himmel" statt "Himmel."

Gedicht eingearbeitet von: Klemens Wolber.