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Gedicht in Druckansicht: schwarz/weiß

Felix Dahn

Thors Hammerwurf

Thor stand am Mitternacht-Ende der Welt,
    Die Streitaxt warf er, die schwere:
    »So weit der sausende Hammer fällt,
    Sind mein das Land und die Meere!« –
5 Und es flog der Hammer aus seiner Hand,
    Flog über die ganze Erde,
    Fiel nieder an fernsten Südens Rand,
    Daß alles sein eigen werde.
Seitdem ist's freudig Germanen-Recht,
10     Mit dem Hammer Land zu erwerben:
    Wir sind von des Hammer-Gottes Geschlecht
    Und wollen sein Weltreich erben.





Entstehungsjahr: 1849-1912
Erscheinungsjahr: 1912
Aus: Balladen und Lieder. Dritte Sammlung / Erste Abteilung. Balladen, Romanzen und Verwandtes
Referenzausgabe:
Ohne Herausgeber: Felix Dahn. Gesammelte Werke. Erzählende und poetische Schriften. Neue wohlfeile Gesamtausgabe, Bd. 2,6. Breitkopf & Härtel, Leipzig / Verlagsanstalt für Litteratur und Kunst, Berlin-Grunewald: 1912, S. 528.
Bemerkungen
Die Entstehungsdaten des Gedichtes sind an den Lebensdaten des Autors angelehnt.

Gedicht eingearbeitet von: Klemens Wolber.