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Gedicht in Druckansicht: schwarz/weiß

Felix Dahn

Gotenzug

Gebt Raum, ihr Völker, unsrem Schritt: wir sind die letzten Goten!
    Wir tragen keine Schätze mit: – wir tragen einen Toten.
Mit Schild an Schild und Speer an Speer wir ziehn nach Nordlands Winden,
    Bis wir in fernsten grauen Meer die Insel Thule finden.
5 Das soll der Treue Insel sein: dort gilt noch Eid und Ehre:
    Dort senken wir den König ein im Sarg der Eichenspeere.
Wir kommen her – – gebt Raum dem Schritt! – aus Romas falschen Thoren:
    Wir tragen nur den König mit: – die Krone ging verloren.





Entstehungsjahr: 1849-1912
Erscheinungsjahr: 1912
Aus: Gedichte. Zweite Sammlung / Romanzen, Balladen, Dialoge und Historische Bilder / Goten-Lieder
Referenzausgabe:
Ohne Herausgeber: Felix Dahn. Gesammelte Werke. Erzählende und poetische Schriften. Neue wohlfeile Gesamtausgabe, Bd. 2,6. Breitkopf & Härtel, Leipzig / Verlagsanstalt für Litteratur und Kunst, Berlin-Grunewald: 1912, S. 259.
Bemerkungen
Die Entstehungsdaten des Gedichtes sind an den Lebensdaten des Autors angelehnt. Vergleich das andere Gedicht »Goten-Zug«, Bd. 2,7, S. 170: »Wolken von Staub und Gewieher von Rossen«

Gedicht eingearbeitet von: Klemens Wolber.