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Gedicht in Druckansicht: schwarz/weiß

Stefan George

[Wir schreiten auf und ab im reichen flitter]

Wir schreiten auf und ab im reichen flitter
Des buchenganges beinah bis zum tore
Und sehen aussen in dem feld vom gitter
Den mandelbaum zum zweitenmal im flore.
5 Wir suchen nach den schattenfreien bänken
Dort wo uns niemals fremde stimmen scheuchten ·
In träumen unsre arme sich verschränken ·
Wir laben uns am langen milden leuchten
Wir fühlen dankbar wie zu leisem brausen
10 Von wipfeln strahlenspuren auf uns tropfen
Und blicken nur und horchen wenn in pausen
Die reifen früchte an den boden klopfen.





Entstehungsjahr: 1895
Erscheinungsjahr: 1982
Aus: Das Jahr der Seele / Nach der Lese
Referenzausgabe:
Ohne Herausgeber: Stefan George. Sämtliche Werke in 18 Bänden, Bd. 4. Klett-Cotta, Stuttgart: 1982ff., S. 15.

Gedicht eingearbeitet von: Klemens Wolber.