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Gedicht in Druckansicht: schwarz/weiß

Stefan George

[Die steine die in meiner strasse staken]

Die steine die in meiner strasse staken
Verschwanden alle in dem weichen schooss
Der in der ferne bis zum himmel schwillt ·
Die flocken weben noch am bleichen laken
5 Und treibt an meine wimper sie ein stoss
So zittert sie wie wenn die träne quillt ..
Zu sternen schau ich führerlos hinan ·
Sie lassen mich mit grauser nacht allein.
Ich möchte langsam auf dem weissen plan
10 Mir selber unbewusst gebettet sein.
Doch wenn die wirbel mich zum abgrund trügen ·
Ihr todeswinde mich gelinde träft:
Ich suchte noch einmal nach tor und dach.
Wie leicht dass hinter jenen höhenzügen
15 Verborgen eine junge hoffnung schläft!
Beim ersten lauen hauche wird sie wach.





Entstehungsjahr: 1895
Erscheinungsjahr: 1982
Aus: Das Jahr der Seele / Waller im Schnee
Referenzausgabe:
Ohne Herausgeber: Stefan George. Sämtliche Werke in 18 Bänden, Bd. 4. Klett-Cotta, Stuttgart: 1982ff., S. 24.

Gedicht eingearbeitet von: Klemens Wolber.