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Gedicht in Druckansicht: schwarz/weiß

Richard Dehmel

Manche Nacht

Wenn die Felder sich verdunkeln,
fühl ich, wird mein Auge heller;
schon versucht ein Stern zu funkeln,
und die Grillen wispern schneller.
5 Jeder Laut wird bilderreicher,
das Gewohnte sonderbarer,
hinterm Wald der Himmel bleicher,
jeder Wipfel hebt sich klarer.
Und du merkst es nicht im Schreiten,
10 wie das Licht verhundertfältigt
sich entringt den Dunkelheiten.
Plötzlich stehst du überwältigt.





Entstehungsjahr: 1878-1907
Erscheinungsjahr: 1907
Aus: Weib und Welt / Erster Teil
Referenzausgabe:
Ohne Herausgeber: Gesammelte Werke von Richard Dehmel, Bd. 3. S. Fischer Verlag, Berlin: 1907, S. 30-31.
Bemerkungen
Die Entstehungsdaten des Gedichtes sind an den Lebensdaten des Autors angelehnt.

Gedicht eingearbeitet von: Klemens Wolber.