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Gedicht in Druckansicht: schwarz/weiß

Richard Dehmel

Die stille Stadt

Liegt eine Stadt im Tale,
ein blasser Tag vergeht;
es wird nicht lange dauern mehr,
bis weder Mond noch Sterne,
5 nur Nacht am Himmel steht.
Von allen Bergen drücken
Nebel auf die Stadt;
es dringt kein Dach, nicht Hof noch Haus,
kein Laut aus ihrem Rauch heraus,
10 kaum Türme noch und Brücken.
Doch als den Wandrer graute,
da ging ein Lichtlein auf im Grund;
und durch den Rauch und Nebel
begann ein leiser Lobgesang,
15 aus Kindermund.





Entstehungsjahr: 1878-1907
Erscheinungsjahr: 1907
Aus: Weib und Welt / Vierter Teil
Referenzausgabe:
Ohne Herausgeber: Gesammelte Werke von Richard Dehmel, Bd. 3. S. Fischer Verlag, Berlin: 1907, S. 118.
Bemerkungen
Die Entstehungsdaten des Gedichtes sind an den Lebensdaten des Autors angelehnt.

Gedicht eingearbeitet von: Klemens Wolber.