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Gedicht in Druckansicht: schwarz/weiß

Richard Dehmel

Erntelied

Es steht ein goldnes Garbenfeld,
das geht bis an den Rand der Welt.
Mahle, Mühle, mahle!
Es stockt der Wind im weiten Land,
5 viel Mühlen stehn am Himmelsrand.
Mahle, Mühle, mahle!
Es kommt ein dunkles Abendrot,
viel arme Leute schrein nach Brot.
Mahle, Mühle, mahle!
10 Es hält die Nacht den Sturm im Schooß,
und morgen geht die Arbeit los.
Mahle, Mühle, mahle!
Es fegt der Sturm die Felder rein,
es wird kein Mensch mehr Hunger schrein.
15 Mahle, Mühle, mahle!





Entstehungsjahr: 1878-1907
Erscheinungsjahr: 1907
Aus: Aber die Liebe / Zweite Folge
Referenzausgabe:
Ohne Herausgeber: Gesammelte Werke von Richard Dehmel, Bd. 2. S. Fischer Verlag, Berlin: 1907, S. 173-174.
Bemerkungen
Die Entstehungsdaten des Gedichtes sind an den Lebensdaten des Autors angelehnt.

Gedicht eingearbeitet von: Klemens Wolber.