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Gedicht in Druckansicht: schwarz/weiß

Detlev von Liliencron

Tod in Ähren

Im Weizenfeld, in Korn und Mohn,
Liegt ein Soldat, unaufgefunden,
Zwei Tage schon, zwei Nächte schon,
Mit schweren Wunden, unverbunden.
5 Durstgequält und fieberwild,
Im Todeskampf den Kopf erhoben.
Ein letzter Traum, ein letztes Bild,
Sein brechend Auge schlägt nach oben.
Die Sense sirrt im Ährenfeld,
10 Er sieht sein Dorf im Arbeitsfrieden,
Ade, Ade du Heimatwelt –
Und beugt das Haupt, und ist verschieden.





Entstehungsjahr: 1856-1909
Erscheinungsjahr: ?
Aus: Gedichte / Zwischen Krieg und Frieden
Referenzausgabe:
Benno von Wiese: Detlev von Liliencron. Werke, Bd. 1. Insel Verlag, Frankfurt am Main: 1977, S. 185.

Gedicht eingearbeitet von: Klemens Wolber.