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Friedrich Hebbel
An die Jünglinge
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Trinkt des Weines dunkle Kraft, |
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Die euch durch die Seele fließt |
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Und zu heilger Rechenschaft |
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Sie im Innersten erschließt! |
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Blickt hinab nun in den Grund, |
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Dem das Leben still entsteigt, |
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Forscht mit Ernst, ob es gesund |
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Jedem Höchsten sich verzweigt! |
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Geht an einen schaurgen Ort, |
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Denkt an aller Ehren Strauß, |
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Sprecht dann laut das Schöpfungswort, |
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Sprecht das Wort: es werde! aus! |
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Ja, es werde! spricht auch Gott, |
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Und sein Segen senkt sich still, |
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Denn, den macht er nicht zum Spott, |
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Der sich selbst vollenden will. |
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Betet dann, doch betet nur |
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Zu euch selbst, und ihr beschwört |
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Aus der eigenen Natur |
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Einen Geist, der euch erhört. |
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Leben heißt, tief einsam sein: |
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In die spröde Knospe drängt |
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Sich kein Tropfen Taus hinein, |
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Eh sie innre Glut zersprengt. |
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Gott dem Herrn ists ein Triumph, |
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Wenn ihr nicht vor ihm vergeht, |
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Wenn ihr, statt im Staube dumpf |
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Hinzuknieen, herrlich steht, |
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Wenn ihr stolz, dem Baume gleich |
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Euch nicht unter Blüten bückt, |
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Wenn die Last des Segens euch |
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Erst hinab zur Erde drückt. |
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Fort den Wein! Wer noch nicht flammt, |
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Ist nicht seines Kusses wert, |
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Und wer selbst vom Feuer stammt, |
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Steht schon lange glutverklärt. |
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Euch geziemt nur eine Lust, |
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Nur ein Gang durch Sturm und Nacht, |
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Der aus eurer dunklen Brust |
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Einen Sternenhimmel macht! |