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Gedicht in Druckansicht: schwarz/weiß
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Gottfried August Bürger (Jocosus Hilarius)

Der Bauer
An seinen Durchlauchtigen Tyrannen

Wer bist du, Fürst, daß ohne Scheu
Zerrollen mich dein Wagenrad,
Zerschlagen darf dein Roß?
Wer bist du, Fürst, daß in mein Fleisch
5 Dein Freund, dein Jagdhund, ungebläut
Darf Klau' und Rachen hau'n?
Wer bist du, daß, durch Saat und Forst,
Das Hurra deiner Jagd mich treibt,
Entatmet, wie das Wild? –
10 Die Saat, so deine Jagd zertritt,
Was Roß, und Hund, und Du verschlingst,
Das Brot, du Fürst, ist mein.
Du Fürst hast nicht, bei Egg' und Pflug,
Hast nicht den Erntetag durchschwitzt.
15 Mein, mein ist Fleiß und Brot! –
Ha! du wärst Obrigkeit von Gott?
Gott spendet Segen aus; du raubst!
Du nicht von Gott, Tyrann!





Entstehungsjahr: 1773
Erscheinungsjahr: 1789
Fassung: Späte
Aus: Gedichte 1789, Erster Teil / Erstes Buch
Referenzausgabe:
Günter Häntzschel / Hiltrud Häntzschel: Gottfried August Bürger. Sämtliche Werke. Hanser-Verlag, München: 1987, S. 73.
Bemerkungen
Erstdruck dieser Fassung in den Gedichten von 1789, S. 98-99.
Andere Fassungen in der Freiburger Anthologie:
Frühe Fassung: Der Bauer an seinen Fürsten , entstanden 1773

Gedicht eingearbeitet von: Klemens Wolber.