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Gedicht in Druckansicht: schwarz/weiß

Rainer Maria Rilke

[Wandelt sich rasch auch die Welt]

Wandelt sich rasch auch die Welt
wie Wolkengestalten,
alles Vollendete fällt
heim zum Uralten.
5 Über dem Wandel und Gang,
weiter und freier,
währt noch dein Vor-Gesang,
Gott mit der Leier.
Nicht sind die Leiden erkannt,
10 nicht ist die Liebe gelernt,
und was im Tod uns entfernt,
ist nicht entschleiert.
Einzig das Lied überm Land
heiligt und feiert.





Entstehungsjahr: 1922
Erscheinungsjahr: 1923
Aus: / Die Sonette an Orpheus, Erster Teil 19
Referenzausgabe:
Ernst Zinn: Rainer Maria Rilke. Die Gedichte. Insel Verlag, Frankfurt: 1986, S. 687.

Gedicht eingearbeitet von: Klemens Wolber.