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Gedicht in Druckansicht: schwarz/weiß

Rainer Maria Rilke

[Nur wer die Leier schon hob]

Nur wer die Leier schon hob
auch unter Schatten,
darf das unendliche Lob
ahnend erstatten.
5 Nur wer mit Toten vom Mohn
aß, von dem ihren,
wird nicht den leisesten Ton
wieder verlieren.
Mag auch die Spieglung im Teich
10 oft uns verschwimmen:
Wisse das Bild.
Erst in dem Doppelbereich
werden die Stimmen
ewig und mild.





Entstehungsjahr: 1922
Erscheinungsjahr: 1923
Aus: / Die Sonette an Orpheus, Erster Teil IX
Referenzausgabe:
Ernst Zinn: Rainer Maria Rilke. Die Gedichte. Insel Verlag, Frankfurt: 1986, S. 680.

Gedicht eingearbeitet von: Klemens Wolber.