Zurück zur FA Hauptseite
Zurück zur vorigen Seite
Gedicht in Druckansicht: schwarz/weiß
Verschiedene Fassungen des Gedichts nebeneinander anzeigen

Georg Trakl

[Vollkommen ist die Stille dieses goldenen Tags]

Vollkommen ist die Stille dieses goldenen Tags.
Unter alten Eichen
Erscheinst du, Elis, ein Ruhender mit runden Augen.
Ihre Bläue spiegelt den Schlummer der Liebenden.
5 An deinem Mund
Verstummten ihre rosigen Seufzer.
Am Abend zog der Fischer die schweren Netze ein.
Ein guter Hirt
Führt seine Herde am Waldsaum hin.
10 O! wie gerecht sind, Elis, alle deine Tage.
Leise sinkt
An kahlen Mauern des Ölbaums blaue Stille,
Erstirbt eines Greisen dunkler Gesang.
Ein goldener Kahn
15 Schaukelt, Elis, dein Herz am einsamen Himmel.





Entstehungsjahr: 1913
Erscheinungsjahr: 1913
Fassung: Späte
Aus: Sebastian im Traum / Elis, 3. Fassung, 1
Referenzausgabe:
Walther Killy / Hans Szklenar: Georg Trakl. Dichtungen und Briefe. Historisch-kritische Ausgabe, Bd. 1. Otto Müller Verlag, Salzburg: 1987, S. 85.
Bemerkungen
3. Fassung,Teil 1, Erstdruck: in »Der Brenner«, III. Jahr, Innsbruck, 1. Juli 1913, Heft 19
Andere Fassungen in der Freiburger Anthologie:
Frühe Fassung: Elis , entstanden 1913
Mittlere Fassung: [Vollkommen ist die Stille dieses goldenen Tags] , entstanden 1913

Gedicht eingearbeitet von: Dieter peuker.