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Gedicht in Druckansicht: schwarz/weiß

Georg Trakl

Ein Winterabend

Wenn der Schnee ans Fenster fällt,
Lang die Abendglocke läutet,
Vielen ist der Tisch bereitet
Und das Haus ist wohlbestellt.
5 Mancher auf der Wanderschaft
Kommt ans Tor auf dunklen Pfaden.
Golden blüht der Baum der Gnaden
Aus der Erde kühlem Saft.
Wanderer tritt still herein;
10 Schmerz versteinerte die Schwelle.
Da erglänzt in reiner Helle
Auf dem Tische Brot und Wein.





Entstehungsjahr: 1913
Erscheinungsjahr: 1915
Aus: Sebastian im Traum / Der Herbst des Einsamen
Referenzausgabe:
Walther Killy / Hans Szklenar: Georg Trakl. Dichtungen und Briefe. Historisch-kritische Ausgabe, Bd. 1. Otto Müller Verlag, Salzburg: 1987, S. 102.
Bemerkungen
2.Fassung Erstdruck in »Sebastian im Traum«, Leipzig: Kurt Wolff 1915

Gedicht eingearbeitet von: Dieter peuker.