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Gedicht in Druckansicht: schwarz/weiß

Georg Trakl

Die Sonne

Täglich kommt die gelbe Sonne über den Hügel.
Schön ist der Wald, das dunkle Tier,
Der Mensch; Jäger oder Hirt.
Rötlich steigt im grünen Weiher der Fisch.
5 Unter dem runden Himmel
Fährt der Fischer leise im blauen Kahn.
Langsam reift die Traube, das Korn.
Wenn sich stille der Tag neigt,
Ist ein Gutes und Böses bereitet.
10 Wenn es Nacht wird,
Hebt der Wanderer leise die schweren Lider;
Sonne aus finsterer Schlucht bricht.





Entstehungsjahr: 1913
Erscheinungsjahr: 1914
Aus: Sebastian im Traum / Gesang des Abgeschiedenen
Referenzausgabe:
Walther Killy / Hans Szklenar: Georg Trakl. Dichtungen und Briefe. Historisch-kritische Ausgabe, Bd. 1. Otto Müller Verlag, Salzburg: 1987, S. 134.
Bemerkungen
Erstdruck in »Der Brenner«, IV. Jahr, Innsbruck, 1. Jänner 1914, Heft 7

Gedicht eingearbeitet von: Dieter peuker.