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Gedicht in Druckansicht: schwarz/weiß
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Johann Wolfgang von Goethe

An den Mond

Füllest wieder 's liebe Tal
Still mit Nebelglanz
Lösest endlich auch einmal
Meine Seele ganz
5 Breitest über mein Gefild
Lindernd deinen Blick
Wie der Liebsten Auge, mild
Über mein Geschick
Das du so beweglich kennst
10 Dieses Herz im Brand
Haltet ihr wie ein Gespenst
An den Fluß gebannt
Wenn in öder Winternacht
Er von Tode schwillt
15 Und bei Frühlingslebens Pracht
An den Knospen quillt.
Selig wer sich vor der Welt
Ohne Haß verschließt
Einen Mann am Busen hält
20 Und mit dem genießt,
Was den Menschen unbewußt
Oder wohl veracht
Durch das Labyrinth der Brust
Wandelt in der Nacht.





Entstehungsjahr: um 1777
Erscheinungsjahr: ?
Fassung: Frühe
Aus: Erstes Weimarer Jahrzehnt / Persönlicher Kreis / Frau von Stein
Referenzausgabe:
Karl Eibl: Johann Wolfgang Goethe. Sämtliche Werke, Briefe, Tagebücher und Gespräche, Bd. 1. Klassiker-Verlag: 1987, S. 234-235.
Andere Fassungen in der Freiburger Anthologie:
Späte Fassung: An den Mond , entstanden um 1777

Gedicht eingearbeitet von: Klemens Wolber.