Zurück zur FA Hauptseite
Zurück zur vorigen Seite
Gedicht in Druckansicht: schwarz/weiß
Verschiedene Fassungen des Gedichts nebeneinander anzeigen

Johann Wolfgang von Goethe

Mignon

Kennst du das Land? wo die Citronen blühn,
Im dunkeln Laub die Gold-Orangen glühn,
Ein sanfter Wind vom blauen Himmel weht,
Die Myrte still und hoch der Lorbeer steht,
5 Kennst du es wohl?
                                    Dahin! Dahin
Möcht' ich mit dir, o mein Geliebter, ziehn.
Kennst du das Haus? Auf Säulen ruht sein Dach,
Es glänzt der Saal, es schimmert das Gemach,
10 Und Marmorbilder stehn und sehn mich an:
Was hat man dir, du armes Kind, getan?
Kennst du es wohl?
                                    Dahin! Dahin
Möcht' ich mit dir, o mein Beschützer, ziehn.
15 Kennst du den Berg, und seinen Wolkensteg?
Das Maultier sucht im Nebel seinen Weg;
In Höhlen wohnt der Drachen alte Brut;
Es stürzt der Fels und über ihn die Flut,
Kennst du ihn wohl?
20                                     Dahin! Dahin
Geht unser Weg! o Vater, laß uns ziehn!





Entstehungsjahr: nach 1776
Erscheinungsjahr: 1815
Fassung: Andere
Aus: Die Sammlung von 1815 / Balladen
Referenzausgabe:
Karl Eibl: Johann Wolfgang Goethe. Sämtliche Werke, Briefe, Tagebücher und Gespräche, Bd. 2. Klassiker-Verlag: 1988, S. 103.
Andere Fassungen in der Freiburger Anthologie:
Andere Fassung: [Kennst du das Land] , entstanden 1791-1796
Andere Fassung: [Kennst du das Land] , entstanden 1777-1786

Gedicht eingearbeitet von: Klemens Wolber.